Schutzgebiete: Malse & Sünderwald

Noch halten sie einen Dornröschenschlaf und bieten durch ihre Dornenhecken vielen Tieren und Pflanzen optimale Lebensräume – die Rede ist von den Waldgebieten »Malse« und »Sünderwald« zwischen Beverstedt und Bremervörde. Die Straßen enden häufig in tiefen Schlaglöchern, viele Wege sind mittlerweile zugewuchert und nur eine Hand voll Individualisten und Naturliebhaber hat sich an den Rändern angesiedelt.

 

Orchidee Knabenkraut
Orchidee Knabenkraut

So konnten sich bislang die einzigartigen Biotope dieser Landschaft – von Orchideenwiesen über wiedervernässte Torfstiche bis hin zu großen Bruchwäldern – fast ungestört entwickeln. Der Schwarzstorch findet hier ebenso eine Heimat wie der Kranich, der schon seit Jahren erfolgreich in der Malse brütet. Der naturbelassene Wald ist ein Eldorado für die verschiedensten Spechte, aber auch für Greifvögel aller Art. Kiebitz, Wiesenweihe und Sumpfohreule geben sich hier ebenso ein Stelldichein wie Kreuzotter, Ringelnatter, Eidechsen, Moorfrösche, Molche und besonders viele Fledermäuse. Es bedarf sicherlich keiner weiteren Erläuterung, dass in einem derartigen Wald-, Moor- und Sumpfgebiet auch ein großer Wildbesatz vorhanden ist.

 

Schutzgebiete

Im Nordosten der Malse besteht ein 80 ha großes Naturschutz- und FFH-Gebiet.

 

Wanderungen durch Malse und Sünderwald

Dem ortsunkundigen Wanderer erschließen sich Malse und Sünderwald nur schwer, denn ausgesprochene Wanderwege gibt es kaum und der Hauptweg der Malse wurde aus forstwirt-schaftlichen Gründen breit ausgebaut und mit groben Split versehen. Dadurch hat dieser Bereich viel von seinem ursprünglichen Charme verloren.

Wertvollster Bruchwald im Sünderwald
Wertvollster Bruchwald im Sünderwald

Bei echtem Interesse sollte dieses Gebiet unter ortskundiger Führung behutsam erwandert werden. Der Schutz der Pflanzen und Tiere besitzt hier absolute Priorität.

 

Autobahntrasse als Schreckgespenst

Der Dornröschenschlaf von Malse und Sünderwald könnte demnächst ein jähes Ende finden und ein schreckliches Erwachen wäre die Folge. Denn es würde nicht ein schöner Prinz als Erlöser erscheinen, sondern riesige Autobahn-trassen-Baumaschinen, die für eine neue Betonpiste Tiere und Pflanzen gnadenlos aus dem Wege räumen.

 

Abgesehen von der generellen Frage nach dem Sinn der Autobahn A20 ist es völlig unverständlich, dass die geplante Vorzugstrasse in 200 m Entfernung am Naturschutz- und FFH-Gebiet vorbeiführen und dann auch noch den nördlichen Teil der Malse durchqueren soll.

 

Die vielfältigen Bedrohungen der einmaligen Tier- und Pflanzenwelt durch die Trasse selbst und insbesondere auch durch die Baumaßnahmen sind ausführlich dargestellt und als Bürger-Eingabe eingereicht worden.

 

Text und Fotos: Dr. Hans-Joachim Andres

 

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